Der Trend der Vorjahre hält an: Zwischen 2023 und 2025 hat sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Hessen um rund 25.000 erhöht. Damit beziehen derzeit etwa 450.000 Personen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung. Doch welche Erkenntnisse gibt es darüber hinaus zum Thema Pflege in Hessen? Das beleuchtet der Pflegereport 2026, der Mitte Juli vom Medizinischen Dienst Hessen veröffentlicht wurde.
Doch nicht nur die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen steigt, auch die Versorgungslagen werden zunehmend komplexer. Auch jüngere Menschen sind zunehmend von Pflegebedürftigkeit betroffen. Dabei werden die meisten Menschen nach wie vor im häuslichen Umfeld versorgt, selbst bei hohen Pflegegraden und entsprechend umfangreichen Unterstützungsbedarfen.
Was bedeutet das für die Pflegebegutachtung der Zukunft? Der Medizinische Dienst Hessen versteht unter einer zukunftsfähigen Pflegebegutachtung weit mehr als die Feststellung eines Pflegegrades. Sie soll künftig noch stärker als Einstieg in ein individuelles Versorgungsmanagement dienen und den Betroffenen Orientierung innerhalb eines zunehmend komplexen Versorgungssystems bieten. Gerade in Hessen, wo rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen ambulant versorgt werden und mehr als 60 Prozent der Antragstellenden Pflegegeld beziehen, ist der Begutachtungsbesuch häufig der erste und oftmals einzige professionelle Kontakt mit dem Pflegesystem.
Neben den Pflegebegutachtungen im Einzelfall führt der Medizinische Dienst Hessen auch Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen durch. Diese Prüfungen sind eine wichtige Rolle im System und gehen weit über eine reine Kontrollfunktion hinaus. Für pflegende An- und Zugehörige kann eine transparente Prüfung eine echte Entlastung bedeuten: Das Vertrauen in eine professionelle Versorgung reduziert den Druck auf die Familien, die Pflege selbst überwachen oder Versorgungsengpässe privat auffangen zu müssen. Darüber hinaus dienen diese Prüfungen als strukturierter Anlass, um über die Belastungen der Angehörigen zu sprechen und die Einrichtungen beratend zu unterstützen. Die Befragungsergebnisse bestätigen, dass dieser Austausch mit dem Medizinischen Dienst Hessen von den Einrichtungen als wertvoll gesehen wird.
"Die Pflegebegutachtung und auch die Qualitätsprüfung wird künftig präventiver, digitaler und beratungsorientierter", resümiert Vera Gualdi, Pflegefachliche Leitung des Medizinischen Dienstes Hessen. "Dazu werden wir uns noch stärker mit den Akteuren des Gesundheits- und Sozialwesens vernetzen und diese Instrumente gemeinsam zukunftsfest weiterentwickeln."
Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, finden Sie den auf unserer Webseite unter https://www.md-hessen.de/aktuelles/publikationen.