Aus dem Geschäftsbereich Krankenhaus
Tagesgeschäft, Leistungsgruppenprüfung und Projektaufgaben –
Michael Tenbusch neuer Geschäftsbereichsleiter
Seit dem 1. April 2025 leitet Michael Tenbusch die Geschicke des Geschäftsbereichs Krankenhaus im Medizinischen Dienst Hessen. Seither ist es nicht unbedingt ruhiger geworden, denn die Krankenhausreform und das gerade in Beratung befindliche KrankenhausreformAnpassungsgesetz (KHAG) betreffen natürlich auch die Medizinischen Dienste.
Für Michael Tenbusch keine ganz neue Situation, da er auch während der letzten Jahre als Teamleiter bereits zahlreiche Veränderungen in der Gesundheitslandschaft begleitet hat. Der 55-jährige gebürtige Hesse hat sein Medizinstudium in Frankfurt absolviert ebenso wie verschiedene Stationen während seiner Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie.
2007 folgte der Facharzt für Viszeralchirurgie und 2013 die Zusatzbezeichnung Sozialmedizin. Zwischen 2005 und 2010 war er als Oberarzt an den KatharinaKasper-Kliniken Frankfurt und am Bürgerhospital Frankfurt tätig. Im Jahr 2010 wechselte Michael Tenbusch dann als ärztlicher Gutachter ins Team Oberursel des Medizinischen Dienstes Hessen. Seit 2019 war er Teamleiter im Einzelfall-Team Frankfurt und zuletzt für das KrankenhausEinzelfall-Team Oberursel 01 als Leitung zuständig.
Von dort bringt er viele Einblicke aus dem operativen Geschäft mit, die ihm in seiner neuen Position zugutekommen. Zum Beispiel beim Umgang mit deutlich mehr Aufträgen für das Jahr 2025 als eigentlich erwartet und damit in der Personalbedarfsermittlung kalkuliert. Daher war auch das Thema Personalgewinnung ein wichtiges Thema für Michael Tenbusch während der letzten Monate.
Inhaltlich gibt es verschiedene Themenblöcke im Geschäftsbereich Krankenhaus: Zum einen die OPS-Strukturprüfungen nach § 275a SGB V, die von den Krankenhäusern direkt beauftragt werden. In deren Rahmen wird überprüft, ob Krankenhäuser die personellen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllen, um bestimmte Leistungen überhaupt mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Zum anderen die Prüfung der Qualitätskriterien der 65 Leistungsgruppen, die im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) festgeschrieben sind. Diese werden im ersten Zug von der zuständigen Landesbehörde beauftragt, unter bestimmten Voraussetzungen auch von den Landesverbänden der Kranken- und Ersatzkassen. Diese beiden Aufgaben im Hinblick auf die Strukturqualität werden im Geschäftsbereich von einem eigenen Team bearbeitet, das hier in enger Abstimmung mit dem Landesministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, der Hessischen Krankenhausgesellschaft und den einzelnen Krankenhausträgern steht.
Ein zweiter großer Block ist die Einzelfallbegutachtung nach § 275c SGB V an den Standorten Darmstadt, Gießen, Kassel und Oberursel. Hier werden Gutachten zur stationären Krankenhausbehandlung einzelner Versicherter erstellt. Dabei geht es unter anderem um Notwendigkeit und Dauer der Krankenhausbehandlung, Prüfung der Kodierung, Behandlungsmethoden im stationären Bereich oder die neurologische Frührehabilitation.
Als drittes Arbeitsgebiet lässt sich das Thema Psychiatrie nennen. Hier gibt es ein spezialisiertes Team am Standort Oberursel, das Fragestellungen aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie begutachtet.
„Das ist sozusagen unser Tagesgeschäft“, erklärt Michael Tenbusch. „Darüber hinaus kommen immer mal wieder neue Begutachtungsbereiche hinzu. Ein aktuelles Beispiel dafür sind die HybridDRGs, die eine sektorengleiche Abrechnung von Behandlungen vorsehen, unabhängig davon, ob die Leistung stationär oder ambulant erbracht wird. Damit will der Gesetzgeber die Ambulantisierung vorantreiben, da in Deutschland im internationalen Vergleich zu viele stationäre Behandlungen vorgenommen werden. Hier ist noch einiges an Arbeit zu leisten, um Prüfungen sinnvoll umsetzen zu können.“
Bei den oben beschriebenen Leistungsgruppenprüfungen ist man dagegen einen guten Schritt weiter. Hier hatten die Krankenhäuser bis zum 29. September Zeit, ihre Anträge beim Land zu stellen. Diese wurden übermittelt und werden nun durch das Team Consulting bis zum 30. Juni 2026 im Rahmen von Vor-Ort-Prüfungen begutachtet. Dieses Procedere ist in enger Abstimmung mit den Krankenhäusern erfolgt, denn so können Struktur- und Leistungsgruppenprüfungen parallel und damit aufwandsarm erfolgen.
Und ein weiteres Thema steht auf der Agenda von Michael Tenbusch:
„Wir haben im Jahr 2025 rund 15 Prozent mehr Aufträge erhalten als eigentlich vorab kalkuliert. Hier stellen wir fest, dass die Kassen ihre Prüfquote im Vergleich zu den Vorjahren voll ausschöpfen, auch durch die Nutzung von Erörterungsverfahren bei einem Dissens zwischen Kasse und Krankenhaus. Dann werden wir eingeschaltet, um mit unserer Expertise zu unterstützen. Hier möchten wir in einen Dialog treten, um ähnlich wie in anderen Geschäftsbereichen zu einer besseren Vorabauswahl von relevanten Fällen zu kommen.”
Darüber hinaus liegt das Thema Personalentwicklung und Führung Michael Tenbusch am Herzen.
„Ich finde es sehr gut, dass der Medizinische Dienst Hessen in diesem Bereich in den letzten Jahren so viel unternommen hat, um Führungskräfte optimal auf ihre Leitungsfunktionen vorzubereiten. Hier bin ich froh, dass die Teamleitungen in unserem Geschäftsbereich das dankbar aufnehmen und vor allen Dingen umsetzen, zumal es ja neben Führungsaufgabe und Tagesgeschäft auch immer wieder noch weitere Themenfelder zu bearbeiten gilt. “
Eines davon ist die „Arbeitsgruppe Krankenhausreform“, die nicht nur strategisch unterwegs ist, sondern auch viele Aufgaben im Kleinen wie die Überarbeitung des Einarbeitungskonzeptes oder Fragestellungen aus dem Kodierbereich in den Blick nimmt. Und auch die Weitergabe von Fachwissen unter den Kolleginnen und Kollegen durch Arbeitsgruppen zu Fachthemen aus der Onkologie, Adipositaschirurgie, Neurologie oder der Inneren Medizin ist eine fortwährende Aufgabe im Geschäftsbereich Krankenhaus.
„Alles in allem haben wir das Jahr 2025 trotz vieler Unwägbarkeiten sehr gut gemeistert. Ein großes Dankeschön an den kompletten Geschäftsbereich und auch die Servicestellen hier in der Organisation, die uns immer tatkräftig unterstützen. Wir sind gut vorbereitet auf die anstehenden Aufgaben und sind gespannt, was 2026 uns im Bereich Krankenhaus bringen wird.“