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Zukunft Pflege -

Reorganisation der Strukturen und konkrete Prozessveränderungen

Der Geschäftsbereich Pflege hat im Zeitraum 2023 bis 2025 einen Reorganisationsprozess durchlaufen, der zahlreiche Strukturanpassungen beinhaltete. Ziel dabei war es, den Bereich zukunftsfähig aufzustellen, um den hohen Anforderungen der nächsten Jahre gerecht zu werden. Die demographische Ent-wicklung, die zu einem weiteren Anstieg von Aufträgen beitragen wird, ist dabei nur ein Stichwort.

Die konkreten Aufgaben waren vielfältig: Teamteilungen zur Verkleinerung von Führungsspannen, Optimierung in den Arbeitsabläufen, Etablierung einer zentralen Einarbeitung für die Gutachterinnen und Gutachter im Bereich der Einzelfallbegutachtung, Einführung einer neuen Führungsebene, eigenständige Organisation des Auftragsmanagements und, und, und.

Gerade das Jahr 2025, sozusagen als Abschlussjahr des Prozesses, war geprägt von der endgültigen Implementierung und teilweise auch schon Evaluierung vieler Abläufe. Auch die neue Position einer Pflegefachlichen Leitung, zusätzlich zur Geschäftsbereichsleitung, war eine wichtige strategische Entscheidung, um den Bereich insgesamt voranzubringen.

Während die Geschäftsbereichsleitung nach wie vor für die operativen Prozesse verantwortlich ist, nimmt die Pflegefachliche Leitung Aufgaben im Bereich Vertretung des MD Hessen in den Gremien, Netzwerkarbeit, Fort- und Weiterbildung oder Versichertenzufriedenheit wahr.

Hier eine kleine Auswahl an Projekten und Veränderungen aus dem Jahr 2025:

Fort- und Weiterbildung

Der Medizinische Dienst Hessen ist eine Sachverständigenorganisation. Unsere Expertise in allen Bereichen ist die Grundlage für unser Arbeiten. Deshalb gibt es neben zahlreichen externen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten auch intern mittlerweile zahlreiche Fortbildungsformate.

Zum einen bietet eine digitale Lernplattform themenübergreifende Möglichkeiten. Zum anderen gibt es aber auch einen internen Fortbildungskatalog mit Formaten für alle Berufsgruppen, die speziell auf die Bedürfnisse des Geschäftsbereichs Pflege zugeschnitten sind. Dabei handelt es sich um übergreifende Themen wie Deeskalation oder Erste Hilfe, aber auch um sehr spezielle Fachthemen wie Psychische Erkrankungen mit Bezug zur Begutachtung nach SGB XI oder Außerklinische Intensivpflege im Bereich der Qualitätsprüfung und der Ambulanten Versorgung.

Teamteilungen

Im Jahr 2025 sind Teamteilungen für die Standorte Fulda, Marburg, Oberursel und Wiesbaden erfolgt. An jedem der Standorte sind zwei Gutachterteams für die Einzelfallbegutachtung mit jeweils rund 15 Vollzeitstellen entstanden, um die Führungsspanne signifikant zu verkleinern. So können Teamleiterinnen und Teamleiter nicht nur mehr Zeit für die Belange ihrer einzelnen Mitarbeitenden aufwenden, sondern es entstehen auch Zeitressourcen für andere Aufgaben wie beispielsweise in Qualitätssicherung, Controlling oder für strategisches Arbeiten.

Leitfaden zur Strukturierung von Hausbesuchen

Dieses Projekt steht exemplarisch für viele andere, die sich mit der Optimierung unserer Abläufe befasst haben. Die Gutachterinnen und Gutachter des Geschäftsbereichs Pflege haben im Jahr 2025 insgesamt fast 270.000 Begutachtungen geleistet, den Großteil davon im Hausbesuch. Deshalb ist es wichtig, hier ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten. Welche Fragen sind in der Anamnese wichtig? Wie können wir auf die Bedürfnisse der Versicherten besser eingehen? Und was brauchen die Gutachterinnen und Gutachter, um ein qualitativ hochwertiges Gutachten zu erstellen und sich in der Situation sicher zu fühlen? Ein entsprechender Leitfaden wurde in einem gemeinsamen Projekt erarbeitet und dann im April/Mai 2025 ausgerollt. Damit gingen als fortlaufender Prozess auch technische Anpassungen in der Software und Schulungen für Mitarbeitende einher.

Optimierungen im Bereich der Qualitätsprüfungen

Im Bereich der Qualitätsprüfungen ging es darum, durch transparente Prozessvorgaben eine einheitliche Umsetzung von Prüfungen zu gewährleisten. Darüber hinaus konnten so auch die Zeiten vor Ort optimiert werden, was zu einer geringeren Belastung der Pflegefachkräfte in den Einrichtungen führte. Wie genau konnte das erreicht werden? Die Teamleitungen aller QP-Teams haben gemeinsam Strukturierungshilfen für Qualitätsprüfungen in verschiedenen Settings (stationär, ambulant und teilstationär) erarbeitet. Darüber hinaus wurden alle mitgeltenden Dokumente gesichtet und bei Bedarf inhaltlich angepasst.

Wie sieht der Blick in die Zukunft aus?

Die Vereinheitlichung von Prozessen ohne die Gegebenheiten vor Ort aus den Augen zu verlieren – das bleibt ein Ziel für den Geschäftsbereich. Standardisierung ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Optimierung. Einheitliche Prozesse über Standorte und Teams hinweg fördern Transparenz und machen es einfacher, sich gegenseitig zu unterstützen. Darüber hinaus ist ein differenziertes Controlling im Aufbau, das eine Steuerung der Prozesse vor Ort auf der Ebene der Teamleitungen zulässt.

Auch die lernende Organisation, das lernende Team und der lernende Mitarbeitende sind ein wichtiges langfristiges Ziel. Ein lernendes Team ist in der Lage, Probleme selbständig vor Ort zu lösen und darüber hinaus noch Input nach oben zu geben.

Außerdem wird es enorm wichtig sein, den Medizinischen Dienst Hessen im Bereich Pflege als unverzichtbaren Bestandteil in der Pflege- und Gesundheitslandschaft zu etablieren. Hier dürfen wir mit unserer Expertise und unserer Qualität sichtbarer werden – im Sinne des einzelnen Versicherten und der Solidargemeinschaft gleichermaßen.